US-Präsident Trump treibt seine drastische Zollpolitik auf die Spitze. Der Südwesten dürfte davon besonders betroffen sein.
Das Zollpaket von US-Präsident Donald Trump dürfte nach Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die Wirtschaft im Südwesten besonders hart treffen. „Baden-Württemberg ist überproportional betroffen“, teilte LBBW-Chefvolkswirt Moritz Kraemer auf Anfrage mit.
Deutschland ist ihm zufolge insgesamt schon sehr stark vom Handel abhängig. Deutsche Unternehmen hätten 2024 Waren im Wert von mehr als 160 Milliarden Euro in die USA exportiert – und damit deutlich mehr als in jedes andere Land. Die Exporte in die USA machten etwa 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. „Für Baden-Württemberg liegt dieser Wert bei um die 6 Prozent. Der Südwesten dürfte deshalb noch stärker leiden als Deutschland insgesamt.“
Rückwärtsgang bei der Globalisierung
Insbesondere Baden-Württemberg als exportstarkes Bundesland habe über Jahrzehnte profitiert. Die Intensivierung der Globalisierung sei vorbei – jetzt werde der Rückwärtsgang eingelegt, teilte Kraemer mit. „Damit geht eine Ära zu Ende: Der Wohlstand, der durch die Globalisierung geschaffen wurde, steht auf dem Spiel.“ Insbesondere die Automobilbranche – für die bereits seit Donnerstag Zusatzzölle gelten – sei davon betroffen.
Die LBBW geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr um 0,2 Prozent schrumpfen wird. Für den Südwesten erwarten die Ökonomen unverändert ein BIP-Minus von 0,7 Prozent. Das BIP umfasst den Wert aller in einer Volkswirtschaft produzierten Waren und Dienstleistungen.
US-Präsident Donald Trump sagt mit einem Zollpaket allen Handelspartnern den Kampf an. Seine Regierung führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus allen Ländern ein. Für viele Staaten sollen je nach Handelsdefizit deutlich höhere Strafabgaben greifen. Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen.